Wahr O | Falsch O | Wurst O

Landjäger & aktionstheater presents!

Die Party zur neuen Wurst “ALLES WAHR” über Lüge & Wahrheit: Wahr ist, dass am 6.12. echte Bodybuilder ihre ohnehin knappen Hüllen fallen lassen werden. Yay! Falsch hingegen, dass die Landjäger Redaktion dasselbe plant. Wurst wäre es aber, wenn du es machst.

Wobei, eigentlich fänden wir das doch ganz gut. Denn der Landjäger liebt dich. Lieb du ihn auch.

6.12. | 22.30 | Heuer am Karlsplatz

 

DANCE!

DJ Beware
https://soundcloud.com/djbeware
DJ Ynny
https://soundcloud.com/ynny


TRANCE!

Bodybuilder Muskelshow LIVE
Visuals – Video | Mave Ventura
Visuals – Farbe | Fabienne Feltus


CHANCE!

Verlosung des schärfsten C-Prints seit Landjägergedenken | Daniel Gebhart de Koekkoek
Eintritt: Kauf ein Heft!

Bild © http://gebhart.dk/

Besser als Sex

 

Stefan Petzner im Interview. 

In einer internen Umfrage erreicht das BZÖ in der Landjägerredaktion genau 0 %. Martin Gruber und ich treffen uns dennoch mit dem Gründer und irgendwie prägendstem Gesicht  der Partei – Stefan Petzner.
Ein Auszug aus einem Gespräch über Macht, Moral und Melancholie
von Martin Gruber & Johannes Scheutz

 

[...] LJ: Gibt es eine moralische Grenze, wo du sagt, das ist  die Inszenierung nicht mehr wert?

P: Das ist eine gute Frage. Da muss man immer unterscheiden, weil ich mehrere Funktionen inne hatte. In meiner Funktion als Kampagnenmanager, Wahlkampfleiter und Spindoktor von Haider war mein Auftrag, politischen Erfolg zu haben und Wahlen zu gewinnen – um jeden Preis. Wenn ich das sage, dann meine ich das auch. Das heißt, wer Wahlkämpfe gewinnen will, darf keine moralischen Skrupel haben.
Jeder der sagt: ich habe da moralische Grenzen, der ist entweder ein schlechter Wahlkampfmanager, oder er lügt. Das ist die Wahrheit. Mein Job war es, zu gewinnen und politischen Erfolg zu generieren und dafür war mir jedes Mittel Recht. Auch das Mittel der Hetze gegen Randgruppen und Minderheiten. Ich sage das ganz offen. Ich ergänze aber, dass ich immer genau zwischen meinem politischen Job und mir als Menschen unterschieden habe. Das heißt: Wenn ich das mache, muss ich das nicht meinen. Ich habe teilweise Slogans gemacht und Kampagnen gegen einzelne Gruppen oder auch Personen, bei denen ich eine gewisse persönliche Distanz dazu hatte. Aber im Sinne des politischen Erfolges und der Inszenierung war es nötig. Und da stehe ich auch dazu.

-Dafür war mir jedes Mittel Recht.- 

LJ: Du hast einen Standard-Kommentar über Conchita Wurst geschrieben, in dem du sinngemäß schreibst, jeder darf so sein wie er will. Einerseits gehst du zur Wählermaximierung über moralische Grenzen. Andererseits propagierst du, dass alle so leben dürfen, wie sie wollen.

P: Ja.

LJ:
Entsteht da für dich kein Gap?

P: Ja sicher entsteht da ein Gap. Aber Wahlkampf ist Technik. Du wendest Kampagnisierungs-Techniken an. Das ist für mich alles reine Technik. Das ist Job. Das andere ist privat. Den Kommentar habe ich privat geschrieben.

LJ: Wenn ich dich als PR-Manager fragen würde: du kriegst eine Mörderkohle von den Grünen, wenn du incognito  den PR Wahlkampf für sie machen würdest: würde dich das interessieren?

P: Da ich jetzt nicht mehr Politiker, und eher im PR-Fach tätig bin, theoretisch schon. Natürlich, ja.

-It’s showtime!-

LJ: Du hast in einem Krone-Interview gesagt, du siehst dich durchaus als Künstler, oder deine Arbeit als künstlerische Arbeit.

 P: Das ist es auch. Als Spin Doctor und politischer Werber arbeite ich mit dem Wort, mit der Sprache. Und als Politiker, wenn ich vor die Haustüre gegangen bin, habe ich jeden Morgen zu mir selber gesagt: It’s showtime. Es ist so, wie wenn ich eine Bühne betrete. Die öffentliche Bühne. Sobald ich daheim vor die Haustüre gehe, schauen mich die Leute auf der Straße an, kennen mich. Da kann ich nicht sagen: Leute, das interessiert mich heute nicht oder ich rede nicht mit dir, weil ich bin privat da. Du kannst dich auch nicht niedersaufen, weil dann bist du amnächsten Tag in der Zeitung. Das heißt, du musst auch eine bestimmte Rolle, spielen möchte ich nicht sagen, sondern erfüllen. Sonst bist du ein schlechter Politiker.

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LJ: Wie würdest du dein Image beschreiben? Was waren deine Rollen?

P: Da gibt es mehrere Phasen. Die Phase 1 von 2004-2008 war ich ja eigentlich regional auf Kärnten beschränkt. Da war ich Pressesprecher und geschäftsführender Landesparteiobmann. Das heißt, in Kärnten hat man mich gekannt, österreichweit weniger. Ich war Haiders Mann fürs Grobe, habe die politische Drecksarbeit gemacht, und habe jeden angepinkelt, der anzupinkeln war. Da haben wir dem politischen Gegner das Fürchten gelehrt, Gott sei Dank. Fürchten tun sie sich teilweise heute noch.
Wir waren ja mit Haider in einer gewissen Art und Weise in einem Permanentwahlkampf. Zum Beispiel ist die Frau Schaunig SPÖ-Vorsitzende geworden. Haider hat sie für gefährlich gehalten: Frau, sympathisch etc. Was machen wir da? Und ich habe gesagt: Gut, ich übernehme das, die Frau ist in einem Jahr erledigt.
Von dem Tag an wurde die Frau Schaunig von allen Ecken und Enden aus beschossen. So lange bis sie echt zurückgetreten ist, und erklärt hat, dass sie Haider und sein Umfeld – damit hat sie mich gemeint – nicht mehr aushält.  Ich habe für sie den Begriff  „die rote Quakente“ erfunden – weil sie so eine leicht schnatternde Stimme hat. Ich habe eine eigene Kampagne gemacht mit Pickerln und Karikaturen, was dazu geführt hat, dass die Leute beim Stammtisch, wenn die Frau Schaunig gekommen ist, nur noch gelacht und gesagt haben: Schau, da kommt die rote Quakente. Das war für sie als Frau natürlich sehr verletzend. Sie ist davon nicht mehr weggekommen. An dem Wochenende, an dem wir das zum ersten Mal präsentiert haben, beim Kirchtag auf der Schleppalm in Klagenfurt, da ist ein Rudel von 10-15 Frauen auf mich zugestürmt, und hat mich fürchterlich beschimpft: du Sexist, du Frauenfeind und das tut man nicht, und die arme Frau Schaunig. Das habe ich damals aber in Kauf genommen, weil ich gesagt habe, ok, das Ziel ist es, Frau Schaunig politisch zu beseitigen. Jedes Mittel ist Recht. Das ging so weit, dass wir ihre Familie und ihren Ehemann hineingezogen haben und politische Kampagnen gegen ihren Ehemann gemacht haben wegen der Seebühne. Sie hat die Seebühne immer kritisiert, wir haben herausgefunden, dass ihr Mann mit seiner Firma Aufträge von der Seebühne bekommen hat. Und dann haben wir riesige Inserate geschalten: “Sie kritisiert, er kassiert”. Mit einem schönen Familienfoto darüber. Sehr brutal, ja, aber es hat funktioniert, und sie ist zurückgetreten. Danke. Tschüss.

-Sehr brutal, ja, aber es hat funktioniert. Danke, Tschüss.-

LJ: Okay, Hand auf das Herz. Wenn du ab und zu alleine dann im Bett liegst am Abend, entsteht da sowas wie Reue? Wo du sagst: die tut mir jetzt persönlich Leid? Oder ist dir das wurscht?[...]

Ob es ihm tatsächlich wurscht ist (und was er noch zu Macht, Politik und Sex gesagt hat), steht im neuen Landjäger Magazin “Alles wahr”.
Bestellen kann man das neue Heft
HIER.

Eich Dodln gib i Gas!

Austrofred is “Made in Steyr”. Ein Auszug aus dem letzten Heft.

Bekannterweise bin ich ja in Steyr geboren, nämlich im dortigen Landeskrankenhaus, 1972 im Juli. Von dem her bin ich vom Sternzeichen her ein Krebs, und viele Leute sagen, dass man das bei meinen Liedern auch oft merkt, vor allem bei den Balladen merkt man das, dass ich direkt eine gefühlvolle Ader habe, beziehungsweise sogar eine gewisse Sensibilität, die man einfach aus der Musik herausspürt. Aber genauso wie die Sterne einen ja für das ganze Leben prägen, für den Erfolg und für das Liebesleben, genauso prägt einen natürlich auch der Geburtsort. Deswegen habe ich auch so eine enge Bindung zu meiner Steyrer Stadt, das ist ganz natürlich, da fällt halt einfach der Apfel nicht weit vom gefühlsmäßigen Stamm. Einmal habe ich mir direkt eine Träne verbeißen müssen, wie der Assinger in der Millionenshow einen gefragt hat, welche zwei Flüsse fließen in Steyr zusammen, und ich natürlich gleich geschrieen vorm Fernseher, wie aus dem Hinterladergewehr geschossen, das sind die Steyr und die Enn! Der Kandidat war aber, wenn ich das einmal so sagen darf, ein ziemlicher Vollkoffer und hat das nicht gewusst. Er hat dann auch nur 500 Euros gewonnen.

Aufgewachsen in dem Sinn bin ich aber nicht in Steyr selber, sondern in einer kleinen Gemeinde in der Nähe, wo aber ausgemacht ist, dass ich das nicht herschreiben soll, wie die heißt, weil die Leute dort haben natürlich Angst, dass dann die Touristen kommen, und das wollen sie eigentlich nicht, weil das hat man gesehen auch beim Elvis in seinem Graceland, was er da gehabt hat, was dann los ist, wenn die Touristen einmal wirklich kommen. Medjugorje genau dasselbe. Es wäre etwas anderes, wenn sie eine Kur machen würden für länger, aber solche Rocktouristenpilgeranten, das sind mehr so die Durchfahrenden, die täten nur gach schauen, aha, da ist also der Austrofred aufgewachsen, da ist er in die Volksschule gegangen, das ist der Friedhof wo er immer um zwanzig Schilling bei den Begräbnissen ministriert hat, aber sie würden nichts konsumieren, und von dem her ist das dann natürlich laff, weil da brauche ich keinen Tourismus, dass dann die Leute kein Geld da lassen. Wenn sie ein Geld dalassen würden, dann wäre es etwas anderes, dann hätten sie eh schon ein Schild stehen, Willkommen in der Heimatgemeinde des einzigartigen Champions, aber so zahlt sich das nicht aus. Sonst haben sie dieselbe Schererei wie die Erzieher von dem Katholischen Internat, wo ich war in Braunau, wie ich in der Berufsschule war für den Speditionskaufmann, wo nämlich beinahe fast täglich Menschen kommen von überall her und fragen, wo war denn das Zimmer vom Austrofred, war das dem Austrofred seine Nasszelle, wie oft hat er sich denn da geduscht im Schnitt in der Woche. Und die Erzieher sagen halt dann darauf, dass ich eh sehr reinlich war, hygienisch direkt, und dass es auch so nie Probleme gegeben hat, viele Mädchenbesuche halt, eh klar. Und die Touristen schauen dann recht zufrieden drein, aber Geld lassen sie keines da. Und das wollen sie natürlich nicht haben in meiner Heimatgemeinde, weil da stehen dann nur den ganzen Tag die Touristen da und flascheln den halben Pfarrgemeinderat aus über mich, aber essen fahren sie dann nach Steyr.

Obwohl, Steyr ist ja weniger eine Tourismusstadt, sondern mehr Industrie, was vor allem auch dem dortigen Josef Werndl liegt, vom dem sie heute noch das Werndldenkmal haben, gleich ums Eck vom früheren Forumkaufhaus, das heißt aber jetzt City Point und ist dort in der Nähe vom Cityplexxx, das ist das frühere Kino, wer es kennt. Der Werndl war damals das, was heute der Robert Hartlauer ist, nur hat er in erster Linie Waffen gemacht und keine Hörgeräte beziehungsweise Zahnprothesen. Weil der Werndl hat ja selber das Hinterladergewehr erfunden, das ist also quasi eine Steyrer Errungenschaft, so ist das, aber sonst sind die Steyrer ein friedlicher Schlag. Schießen tun sie halt so gern.

Steyr-Land hat übrigens bei der Autonummer die Ziffer SE vorne dran, wo viele sagen, wieso, das ist ja gar nicht logisch, aber mit einer Logik haben solche Sachen meistens nicht viel zu tun, da sieht man halt einfach nicht hinein. Oft werde ich wegen dem SE auf meinem Taferl gefragt, ob ich leicht aus Schärding komme. Wie die auf das kommen, weiß ich auch nicht, es ist ja nirgends wo ein E in Schärding, aber in die Leute sieht man oft halt noch viel weniger hinein. Steyr-Stadt hat übrigens als Autonummer SR, auch da steckt in dem Sinn keine größere Logik dahinter. Super passen täte stattdessen STS, aber mich fragt ja keiner.

Was die wenigsten wissen, ist ja, dass Steyr auch ein Schigebiet ist, zumindest im Umland gibt es doch einige Lifte, und auch immer wieder einen Schnee. Das ist sicher auch der Grund warum es mich als kleiner Freddie bald hinaufgezogen hat auf die Berggipfel, beziehungsweise auf die Brettln, die ja bei uns in Österreich bekanntlich die Welt bedeuten. Und ich war auch als Kind, respektive Jugendlicher, ein erstklassiger Schifahrer, ja, ein vielversprechendes Talent direkt, und viele sagen heute noch, wenn ich nicht heute dort stehen würde, wo ich heute stehe, dann würde ich heute dort stehen, wo der Hermann Maier heute steht. Nämlich zwar auch ganz oben, aber im Skizirkus oben, und nicht im Austro-Rock’n'roll-Circus. Aber ich habe mich nun einmal gegen eine professionelle Sportlerkarriere entschieden, sondern hab den viel schwierigeren Weg genommen hinein in eine künstlerisch wertvolle Laufbahn, und das habe ich eigentlich bis heute nie bereut.

Ein früherer Bühnentechniker von mir hat einen Freund, dessen Frau kommt aus dem Flachgau, wo auch der Herrmann Maier herkommt, und die sagt, der Hermann Maier macht das bei den ganzen Wirten immer so, dass er sich ein Schnitzel bestellt und ein Bier, und dann aber nichts zahlt fürs Essen. Nie. Weil er sagt, ich mache als Olympiasieger so viel Werbung für Euch, das könnts ihr mir sowieso nie im Leben alles zurückzahlen. Die Wirten sind natürlich mittlerweile alle schon ziemlich angefressen auf ihn, aber im Grunde hat er natürlich recht. Und ich denke mir, wenn da ins Flachgau schon so viele Leute kommen wegen dem Hermann Maier, ja, wie viele täten dann erst in meinem Heimatort kommen!

Allerdings: mein Bier täte ich mir deswegen schon noch selber zahlen, weil soweit kommts noch.

Ich bin das letzte Monster

Bumm: Otto Wanz, Wrestlingweltmeister.

Als wir das Haus von Otto Wanz betreten, ist das Einzige, worauf wir schauen können – Butch, sein 81  Kilo schwerer Bullmastiff. Und das, obwohl Otto Wanz selbst so leicht ja auch nicht zu übersehen ist. 175 Kilo voller Anekdoten über Schwarzgeld, enttäuschte Frauen und Telefonbuchzerreißen. Ein Auszug.
von Michaela Bilgeri & Johannes Scheutz

 

[...] LJ: 1982 sind Sie dann in Amerika Weltmeister geworden.

Wanz: Ja, aber da hatte ich ja herüben schon alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Dadurch bin ich ja rüber gekommen. Supergagen! Da waren 15-20.000 Zuschauer. Alles restlos ausverkauft! Und dann gibt’s natürlich Schecks – je nach dem wie hoch deine Prozente waren. Und das sind schon (lacht) – da sag ich ohlala!!  Das ist ein dicker Batzen! Nur, es war halt, ich hatte keine grüne Karte. Ich hab das sozusagen schwarz gemacht. Drum hab ich mir gesagt: Nur nirgends anmelden, jeden Tag das Hotelwechseln.  In Amerika ist es, wenn ich einen erschlag oder erschieß, viel leichter zu entkommen, als bei Schwarzarbeit. Schwarzarbeit wird drüben bestraft auf´s Schlimmste, da giltst du als Volksbetrüger, die sind da anders eingestellt. Bei uns ist das ein Kavaliersdelikt, jeder sagt  ‘Ha! Hast du die Steuer beschissen, das ist klass!’ Aber drüben ist das teuflisch. Es war dann so, dass ich fast verzweifelt bin am Schluss, weil ich mein Geld nicht abheben konnte. Weil auf einmal hieß es, ich krieg da nur 9000 raus am Tag und dann hab ich mir gedacht: Na Danke, jetzt kann ich das kleinweise rausklauben,  das kann ja eine längere Zeit… (lacht). Außer ich überweis es offiziell, ja dann kann ich auch Millionen überweisen. Gut, ich bin schlussendlich gut nach Hause gekommen und hab es hinter mir, da will ich jetzt nicht näher ins Detail gehen (lacht).

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LJ: Waren Sie in Amerika als Wrestler eigentlich einer der Bösen oder der Guten?

Wanz: Das können sie sich selber aussuchen. Das ist – sie müssen erfolgreich sein. Das Schlimmste ist, wenn Sie in die Halle kommen und es rührt sich nichts. Dann sagt der Veranstalter nach zwei Tagen ‘Tschüss, Baba!’ und Sie können wieder gehen.

LJ: Da ist also schon viel Schauspielerei auch dabei?

Wanz: Das ist absolut dabei. Ohne die würde es nicht gehen. Das streitet ja auch kein Mensch ab.

LJ: War das in Amerika noch mehr der Fall als in Österreich?

Wanz: Das ist überhaupt kein Vergleich. Das ist um 300 Prozent mehr. Da haben wir von Montag bis Mittwoch jeden Tag nur Studioarbeit gehabt. Da musste ich dann eineinhalb bis drei Minuten über meinen Gegner reden. ‘Ich werd ihn brechen, ich werd ihn fressen, ich bin der Böse, ich bin der Größte, ich bin der Wildeste!’ Den amerikanischen Schmunzus halt. Und alle Interviewer sagten: ‘Fang ganz normal mit Englisch an und sobald irgendwas kommt, wo du sagst, jetzt wirst du haß, jetzt flippst du aus, dann red auf Deutsch weiter.’ Also in der Art ‘Was glaubt denn der Idiot da? Dem reiß ich den Haxn aus, na dem werd ich´s zeigen!’ Und dann war nur noch ‘Otto! Otto!’ wenn ich gekommen bin. ‘Wenn der haß wird, redet er Dialekt! Und das ist ein echter, nicht ein gemachter German.’ Für mich war es extrem schwer, weil ich bin nicht der Typ, der dieses Kasperltheater mit dem vielen Gewand und diesen ganzen Scheiß mitmacht. Und sie haben gesagt: ‘Wenn du dich nicht anpasst, an unsere Sache hier, dann kannst du gleich nächste Woche wieder heimfliegen.’ Dann bin ich halt mit dieser Lederhose und dem Gamsbart herumgerannt. Ja, nur! (lacht) Sicher. Ohne Lederhose und Gamsbart nie!

L: Sind die Kämpfe eigentlich abgesprochen?

W: Nein, wie soll ich das absprechen? Ich kann nicht sagen, du machst links die Hand rauf und ich rechts und dann nehm ich den Fuß, das geht überhaupt nicht, das ist unmöglich. Es gibt so Absprachen, also wenn zwei Große aufeinandertreffen, dass man sagt: ‘Du, hör zu, fünf Runden ringen wir, ziehen die Show ab.’ Es muss ja etwas geboten werden. Aber dann läufts, wie es läuft. Als der bei meinem Weltmeistertitel durchsagt  ‘Ten minutes time to go!’ – bummbumm, haben wir uns nur angeschaut und dann geht’s los! Das geht keine zwei Minuten, ich hab ihn sofort gefesselt und fixiert und nie mehr eine Sekunde locker gelassen. Das ist ja das Schöne daran – dass das Publikum heim geht und der eine sagt: ‘Das ist alles ausgemacht gewesen, das ist Show.’ Und der andere sagt: ‘Moment, ich hab jetzt was gesehen, das war sicher nicht ausgemacht, weil das war ganz beinhart.’ Und dann wissen sie wieder nicht, was ist jetzt wirklich.

L: Hat man nicht als Catcher, gerade wenn man dann schon ein Superstar ist, an jedem Finger 10 Frauen?

W: Also die Bridgedamen meiner Frau haben mich gar nicht akzeptiert! Irgendwann haben sie mich doch einmal angesprochen, dass es hier bei uns im Café ja sehr nett ist, aber wieso ich so was mache: ‘Sie kämpfen und das ist blutig und Sie verletzen Leute!’ Und ich hab gesagt: ‘Ich muss Ihnen sagen, ich bin wirklich nicht der Mensch, der sich dabei amüsiert, ich muss mich jeden Tag zusammenreißen, dass ich das über mich bringe, ich kann das nicht, das Brutale. Und weil Sie schon so lange bei uns sind, sag ich Ihnen die Wahrheit: Ich fahr jeden Tag in den Schlachthof und trink das Blut der jungen Kälber, wenn sie geschlachtet werden. Und das motiviert mich so und dann könnt ich einen umbringen beim Heimfahren!’ Die sind nie wieder gesehen worden. Ich hab so viel gelacht! Die Leute wollen das haben. Aber sonst, wegen den Frauen: Mah – da passieren böse Sachen! So lustig ist das nicht. Weil enttäuschte Frauen können sehr gefährlich werden.

[...]

Das ganze Interview gibts in der neuen Ausgabe “Alles wahr”. Bestellen kann man das HIER.