In Frownland

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In Vorarlberg hat man’s zurzeit wieder nicht leicht. Da – nehmen wir mal an – fährst du also im Auto irgendwohin und hörst dir einen Klassiker der Musikgeschichte an, sagen wir mal, Captain Beefhearts „Trout Mask Replica“. Der Captain eröffnet die Platte mit der Textzeile „My smile is stuck, I cannot go back to yer Frownland“. Wenn man sich jetzt die Mühe macht und versucht, diese Zeile zu verstehen, dann wird einem bald schon viel von dieser Platte klar. 1969, ihrer Zeit unmessbar weit voraus, wurde diese Platte veröffentlicht. Bis heute hat sich da keiner mehr rangetraut. Eine fast achtzigminütige, sich über achtundzwanzig Lieder erstreckende musikalische Sintflut. Sich mit diesem Album ernsthaft einzulassen, fordert zugegebenermaßen unverhältnismäßig viel Aufwand. Dann aber tut sich irgendwann ein neues Tal auf. Ein verschrobenes, in dem alles neu ist und plötzlich ganz anderes zählt. Reißt da alles nieder, der Captain, und baut es sich komplett neu auf, nach den eigenen Vorstellungen. Was dich im einen Moment noch kopfschüttelnd dastehen hat lassen, packt dich im nächsten wie eine brachiale Riesenwelle und zerrt dich mit. Die verrückte Gitarre von „Sugar ’N Spikes“ setzt gerade ein und du fragst dich zum mindestens neunzehnten Mal, wie sich die Genialität dermaßen auf eine Platte komprimieren lässt, als dein Blick ungewollt auf ein Plakat am Straßenrand fällt und du gezwungen bist, in großen Lettern zu lesen: „SCHLUSS MIT FALSCHER TOLERANZ: DEUTSCH IST PFLICHT!“. Das holt dich dann kurz zurück in die Dimensionen unserer Heimat; und dieser soeben derart krass präsentierte Unterschied in geistiger Größe kommt fast einer physischen Watsche gleich.

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