KW 9: Ore und Asche

Die Faschingswoche – heuer die KW 9 – ist politisch immer recht interessant. In Vorarlberg hat, wie an jeder Ecke affe2erkennbar ist, der Fasching einen besonderen Stellenwert und wird intensiv und ausgiebig gefeiert. Das ist die Zeit im Jahr, in welcher die Konservativen, auch und vor allem die ganz besonders Gestrengen, sich gehen lassen und in alle Richtungen ejakulieren dürfen. Keiner nimmt es dem ansonsten hart arbeitenden, nach strengen moralischen Prinzipien lebenden Christlichsozialen übel, wenn er zu dieser Zeit von Vollrausch zu Vollrausch torkelt. Schließlich versteht ein aufrechter Christ auch Spaß. Die Augen zuzudrücken fällt hier allgemein leicht, wenn im guggamusikalischen Übermut seine Hand einmal auf den Schenkel der sechzehnjährigen Sitznachbarin und sein Blick in ihren speichelflussanregenden Ausschnitt wandert.

Das zweite Highlight dieser Woche findet jährlich im oberösterreichischen Ried im Innkreis statt, wo man für zwölf Euro Eintritt live erfahren darf, was sich unsere blauen Kameraden im vergangenen Jahr überlegt haben. Da ist dann regelmäßig Schluss mit lustig. Die Ideen dahinter sind zwar meistens nicht gerade neu, doch dafür in scharfsinnige, intelligente Witze verpackt. Als ein Klassiker der Vergangenheit wäre hier beispielsweise anzuführen: „Wie kann einer, der Ariel heißt, nur so viel Dreck am Stecken haben?“ Da sich unser Jörg aber letztes Jahr bekanntlich versehentlich selbst erlegt und ohnehin schon vor einigen Jahren die Farbe gewechselt hat, darf nun der Zahntechniker ans Rednerpult. Doch auch er kennt die Rezepte, sodass sich – farblich sehr passend – am darauffolgenden Tag blaue Flecken unter den braunen Hosen der Besucher bilden vor lauter Vor-Lachen-auf-die-Schenkel-klopfen.

Am liebsten möchte man am Ende dieser Woche unsere Hymne singen und sich bei der Textpassage mit den Söhnen selbst im Schritt berühren.

© asinus

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.