[Indefinitpronomen] [Arbeiter in der stahlverarbeitenden Industrie]

schafOpernball. Wie jedes Jahr kam man auch im wirtschaftskrisengeschüttelten Jahr unseres Herrn 2009 nicht am Gipfel der österreichischen Dekadenz vorbei. Erfreulich ist natürlich, dass wieder einmal altbekannte Gesichter aus der Versenkung auftauchen. KHGlupschauge mit Fiona, wie immer frisch geputzt, wie immer gut gelaunt und grinsend, wie immer unbekümmert – trotz steigenden Milchpreises. Man sieht: Die Gartenarbeit auf der Terrasse ihrer Ersten-Bezirk-Wohnung tut den beiden gut.

Auch die B-Promis kommen auf ihre Kosten und dürfen hier und dort ihre Interviews geben. Mahnende Worte der Rechtfertigung tropfen aus den aufgespritzten Lippen. Markus Rogan will darauf hinweisen, dass hinter dem Opernball schließlich Menschen stehen, denen die ständigen Attacken und Schmähungen natürlich tiefe Gefühlswunden zufügen. Hat daran schon einmal jemand gedacht?! Noch eloquenter formuliert es des Schwimmers Freundin, die Ex-Miss: “Irgendwann muss Schluss sein. In Afrika haben die Leute seit Jahren nichts zu Essen und wir essen ja auch trotzdem.” Der Wahrheitsgehalt dieser Aussage ist derart hoch, dass es lohnt, sie genauer zu analysieren.

Die Argumentationskette ist einfach: meinungsgeladene Aussage, argumentative Stützung. „Irgendwann muss Schluss sein“ mit den Angriffen auf den Opernball und seine Besucher – so lässt sich dieser Satz sinngemäß vervollständigen. Scharfsinnig und gewitzt, wie man als Ex-Miss und Schwimmersfreundin sein muss, untermauert sie ihr zorniges Statement stimmig. „In Afrika haben die Leute seit Jahren nichts zu Essen“. Man könnte hier hinterfragen: Seit wann genau die „Leute“ in „Afrika“ „nichts mehr zu Essen“ haben und somit auf eine genau Datierung bestehen, zu welcher das „Essen „ in „Afrika“ ausgegangen ist. Für ihre These ist das allerdings nur von unwesentlicher Bedeutung. Es geht schließlich darum, den Zusammenhang darzustellen; nämlich, dass die „Afrikaner“ auch „nichts zu Essen“ hätten, wenn wir fasten würden. Erstens, das weiß die Ex-Miss, könnte man das Essen nicht runterschicken. Die ganzen Hamburger und Krenwürstle würden ja schlecht werden während der langen Reise, und erst Recht in der afrikanischen Affenhitze. Zweitens, wenn die „Leute“ in „Afrika“ schon „seit Jahren nichts zu Essen“ haben, dann sind sie das heute ohnehin schon gewohnt und es würde sich nichts mehr ändern. Und die Parallele zum Opernball lässt sich in der Folge leicht ziehen: Es würde es auch nichts verbessern, würde Mörtel den Opernball absagen. Daher: Alles Walzer!

© asinus

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