KW 3 – MORE BAD NEWS!
Und es geht abwärts. Stetig. Meine Woche hat damit begonnen, dass ein Jogurt aus meinem Kühlschrank auf den Boden gefallen ist. Wider Erwarten ist das Jogurt zwar nicht aufgeplatzt, aber darum geht es ja nicht. Im Moment des Jogurtfalles bin ich davon ausgegangen, dass dieses gleich aufplatzen und meinen Küchenboden versauen würde. Ich habe mich bereits darauf eingestellt und geärgert. Der Grund für das Nichtaufplazten des Jogurts ist übrigens meiner Vermutung nach die bemerkenswerte Dreckschicht auf dem Küchenboden, die den Aufprall entsprechend gedämpft hat. Das heißt aber auch, dass mein Küchenboden ohnehin bereits versaut ist – daherhätte es gar keine Rolle gespielt, ob das Jogurt aufplatzt oder nicht, es hätte am Ergebnis nichts geändert und so habe ich nach wie vor genügend Anlass, Frust aufzubauen, mich zu ärgern und natürlich auch zu fürchten.
Für den Altach-Trainer Urs Schönenberger hätte das Jahr wohl auch nicht schlechter beginnen können, wurde er doch gleich Anfang dieser Woche nach 812 Altach-Niederlagen in Folge (geschätzter Wert) zwangsbeurlaubt. Einen ähnlichen Rückschlag haben die Verschwörungstheoretiker erlitten: Der Kärntner Sonnenkönig war laut erneuter Untersuchung tatsächlich mit beneidenswerten 1,8 Promille geladen, als er die Thujen stutzte. Zumindest der Mossad wird erleichtert sein. Detail am Rande: Da die Leber eines Leichnams selbstverständlich keinen Alkohol mehr abbauen kann, liegt der ehemalige Ortstafelkrieger jetzt sozusagen mit einem niemals mehr endenden Vollrausch im Grab!
Die Autoindustrie kräult, wie diese Woche gezeigt hat, jetzt auch in Europa ohne den letzten Rest von Stolz am Boden und fordert schamlos sogenannte staatliche Finanzspritzen. Die Fettbäuchigen aus den oberen Etagen der Autoindustrie quäken um Geld wie frischgeschlüpfte Rotkehlchen um Würmer. Der Staat drückt sein eitriges gewordenes, neoliberales Auge zu und holt mit gutmütigem Lächeln die großen Scheine aus der Kasse, wie ein Vater, der sein Kind beim Monopolyspielen nicht verlieren lassen will. Damit wäre dann auch sichergestellt, dass uns auf dem kommenden Automobilsalon ein noch größerer, noch teurerer, zwanziglitersaufender SUV für die Stadt präsentiert werden kann.
Ansonsten? Inflation steigt, Kurzarbeit auch, und zu allem Überfluss zeigt die österreichische Gastronomie dem neuen Nichtraucherschutzgesetz unverhohlen den gelb verfärbten Mittelfinger. Wem all das am Ende der dritten Kalenderwoche 2009 noch nicht für eine ansehnliche Panik reicht, kann sich aus dieser Liste der (tatsächlich existierenden) Phobien eine aussuchen:
Arachibutyrophobie – Angst, dass Erdnussbutter am Gaumen klebenbleibt
Zemmiphobie – Angst vor Maulwürfen
Friggaphobie – Angst vor Freitagen
Alektorophobie – Angst vor Hühnern
Defecalgesiophobie – Angst schmerzhaften Darmbewegungen
Ancraophobie – Angst vor Wind
Barophobie – Angst vor der Schwerkraft
Anatidaephobie – Angst, irgendwie, irgendwo von einer Ente beobachtet zu werden.
Allodoxaphobie – Angst vor einer anderen Meinung
Ergophobie – Angst vor Arbeit
Alliumphobie – Angst vor Knoblauch
Boviscophobie – Die Angst, als Herdentier angesehen zu werden
Thassophobie – Angst, sich zu setzen
Ablutophobie – Angst vor dem Waschen/Baden
Cibophobie – Angst vor Nahrung
Aulophobie – Angst vor Flöten
Dextrophobie – Angst vor Dingen, die sich an der rechten Körperhälfte befinden
Anthophobie – Angst vor Blumen
Egophobie – Angst vor sich selbst und dem eigenen Tun
Euphobie – Angst vor guten Neuigkeiten
Geniophobie – Angst vor einem Kinn
Amychophobie – Angst, sich zu kratzen/gekratzt zu werden
Apeirophobie – Angst vor der Unendlichkeit
Hamartophobie – Angst zu sündigen
Hedonophobie – Angst, Freude zu empfinden
Koumpounophobie – Angst vor Knöpfen
Lutraphobie – Angst vor Ottern
Ambulophobie – Angst zu gehen
Kakophonophobie – Angst vor schlechter Musik
Medecophobie – Angst, man sähe seine Erektion an einer Ausbeulung der Hose
Nomatophobie – Angst vor Namen
Ouranophobie – Angst vor dem Himmel
Selenophobie – Angst vor dem Mond
Syngenesophobie – Angst vor Verwandten
© asinus